Allgemein
Die Feuerwehr ist eine Hilfsorganisation: Deren Hauptaufgabe darin besteht, Menschen, Tiere und Sachwerte in Notlagen zu schützen. Ihre vier klassischen Grundsätze lauten: Retten, Löschen, Bergen und Schützen. In Deutschland ist sie flächendeckend über die Notrufnummer 112 erreichbar und gliedert sich in verschiedene Organisationsformen.Die vier Kernaufgaben (Retten, Löschen, Bergen, Schützen)Retten: Die Abwendung akuter Lebensgefahr von Menschen und Tieren steht an erster Stelle. Dies umfasst die Befreiung von Personen aus verunglückten Fahrzeugen, die Menschenrettung bei Wohnungsbränden oder auch das Bergen von Tieren in Notlagen.Löschen: Die klassische Brandbekämpfung, bei der Brände von Kleinfeuern bis hin zu Großbränden mit Hilfe von Wasser, Schaum oder Speziallöschmitteln bekämpft werden.Bergen: Das Sichern und Bergen von Sachwerten, Transportgut, Fahrzeugen sowie in tragischen Fällen auch von Leichnamen und Tieren nach Unfällen oder Naturkatastrophen.Schützen: Vorbeugende Maßnahmen, wie die Brandschutzerziehung (z.B. in Schulen), das Aufstellen von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen oder der Umweltschutz (etwa das Beseitigen von Ölspuren auf Straßen).
Organisation der Feuerwehr in Deutschland: Das System der Feuerwehr in Deutschland stützt sich zu einem großen Teil auf das Ehrenamt. Man unterscheidet dabei hauptsächlich zwischen vier Säulen: Freiwillige Feuerwehr (FF): Etwa 95 Prozent der Einsatzkräfte in Deutschland sind ehrenamtlich tätig. Sie gehen regulären Berufen nach und werden im Ernstfall alarmiert, um zum Feuerwehrhaus zu eilen und auszurücken. Berufsfeuerwehr (BF): In größeren Städten und Kommunen gibt es hauptamtliche Feuerwehrleute, die im Schichtdienst arbeiten und innerhalb kürzester Zeit (meist unter 60 Sekunden) ausrücken können. Werkfeuerwehr / Betriebsfeuerwehr: Spezielle Einheiten in großen Industrieanlagen, Flughäfen oder Chemiewerken, die auf die dortigen Gefahren spezialisiert sind. Pflichtfeuerwehr: Sehr seltene Form. Wenn eine Kommune nicht genügend Freiwillige für den Brandschutz findet, können theoretisch Bürger zum Dienst verpflichtet werden.
Ausrüstung und Technik: Die Feuerwachen und Feuerwehrhäuser dienen als zentrale Orte, an denen die Einsatzkräfte untergebracht sind und die Fahrzeuge gewartet werden. Die Unterteilung moderner Wachen erfolgt streng in Schwarz- und Weißbereiche, um eine Kontamination der Privatkleidung der Einsatzkräfte mit Ruß und Schadstoffen zu verhindern. Je nach Einsatzszenario kommen unterschiedliche Fahrzeuge zum Einsatz: Löschgruppenfahrzeuge (LF): Allrounder, die eine Gruppe (9 Personen) transportieren und umfangreiches Material für Brandbekämpfung und kleine technische Hilfeleistungen mitführen. Drehleiter (DLK): Fahrzeuge mit einem ausfahrbaren Korb, die primär zur Menschen Rettung aus Höhen (z.B. brennende Fenster) und als Anleiterstelle für den Löschangriff dienen. Rüstwagen (RW): Spezialfahrzeuge, die schweres Gerät für die technische Hilfeleistung (z.B. bei Verkehrsunfällen, Zugunglücken oder umgestürzten Bäumen) geladen haben.
Rechtliche Grundlagen und Ausbildung: Die Feuerwehr arbeitet in Deutschland im Auftrag der Kommunen. Die rechtlichen Grundlagen sind in den jeweiligen Feuerwehrgesetzen der Bundesländer verankert. Diese Gesetze definieren den Brandschutz als kommunale Pflichtaufgabe. Die Ausbildung der Einsatzkräfte ist bundesweit stark standardisiert. Die Truppmann Ausbildung bildet den Grundstein. Weiterführende Lehrgänge zum Gruppenführer, Zugführer oder spezielle Ausbildungen wie Atemschutzgeräteträger, Maschinisten oder Gefahrgut Spezialisten folgen danach, um auf jede Eventualität vorbereitet zu sein.
Nachwuchsförderung (Jugendfeuerwehr): Da die Feuerwehr dringend auf Nachwuchs und ehrenamtliches Engagement angewiesen ist, gibt es in fast jeder Gemeinde eine Jugendfeuerwehr. Kinder und Jugendliche (in der Regel im Alter von 10 bis 18 Jahren) werden hier spielerisch und mit speziellen Übungen an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt, bevor sie in den aktiven Dienst übernommen werden.